Strom FAQ

Alles, was Sie über den Stromanbieter-Wechsel wissen müssen

1. Ich habe noch nie meinen Stromversorger oder Stromtarif gewechselt. Wer beliefert mich mit Strom?
2. Was ist der Unterschied zwischen dem Netzbetreiber und einem Stromversorger?
3. Ist der Wechsel des Stromanbieters mit Kosten verbunden?
4. Muss ich Kündigungsfristen beachten?
5. Wie finde ich günstige Anbieter und Tarife?
6. Gibt es Beratungsstellen für einen Anbieterwechsel?
7. Was ist bei einem Angebotsvergleich besonders wichtig?
8. Sind Vorauszahlungen und Strompakete empfehlenswert?
9. Was muss ich über Preisgarantien oder Rabatte wissen?
10. Ich habe einen Zweitarifzähler mit Tag- und Nachstromzähler. Wie funktioniert der Wechsel?
11. Ist ein Versorgerwechsel bei Wärmepumpen möglich?
12. Worauf muss ich bei einem Umzug achten?
13. Wann sollte ich den Zählerstand ablesen?
14. Ist es möglich, dass die Stromversorgung plötzlich abreißt?
15. Wer erstattet mir nach einem Versorgerwechsel bereits gezahlte Abschläge?
16. Sind nach einem Wechsel technische Änderungen am Stromzähler notwendig?
17. Wo finde ich den Stromzähler?
18. Muss ich meinen Vermieter über einen Versorgerwechsel informieren?
19. Wer ist mein Ansprechpartner bei Stromausfall oder Zählerstörungen?

1. Ich habe noch nie meinen Stromversorger oder Stromtarif gewechselt. Wer beliefert mich mit Strom?
Das ist Ihr Grundversorger, also das örtliche Stromversorgungsunternehmen (der Grundversorger ist der Stromanbieter, der in einem Netzgebiet die meisten Haushalte versorgt, beispielsweise die Stadtwerke): Sie werden in diesem Fall in der so genannten Grundversorgung mit Strom beliefert, in der Regel zu einem relativ hohen Preis!.

2. Was ist der Unterschied zwischen dem Netzbetreiber und einem Stromversorger?
Das deutsche Stromnetz erstreckt sich über 1,65 Millionen Kilometer und ist über Fernleitungen zu einem nationalen Verbundnetz zusammengeschlossen. Einige wenige Netzbetreiber sind in ihren jeweiligen Regionen gesetzlich für den ordnungsgemäßen Betrieb dieses Netzes zuständig. Hingegen ist der Stromversorger allein für die Lieferung des Stroms zuständig. Hierzulande gibt es rund tausend Stromanbieter. Häufig sind Netzbetreiber und Grundversorger identisch: die so genannten Übertragungsnetzbetreiber E.ON, RWE, EnBW und Vattenfall erzeugen 80 Prozent des deutschen Stroms. Es steht Ihnen aber frei, ein Unternehmen Ihrer Wahl mit der Stromlieferung zu beauftragen und entsprechend einen Anbieter ohne eigenes Netz zu wählen. Dieser zahlt an den jeweiligen Netzbetreiber ein Netznutzungsentgelt.

3. Ist der Wechsel des Stromanbieters mit Kosten verbunden?
Nein, Gebühren sind unzulässig, der Wechsel ist kostenlos.

4. Muss ich Kündigungsfristen beachten?
Wenn Sie Ihren Stromversorger und -tarif noch nie gewechselt haben, unterliegen Sie der Grundversorgung. Hier beträgt die Kündigungsfrist nur einen Monat zum Ende des nächsten Kalendermonats. Falls Sie aber schon einmal ein Stromunternehmen oder -produkt gewechselt haben, gelten die vereinbarten Kündigungsfristen aus dem so genannten Sondervertrag, die in den AGBs geregelt sind. Übrigens: Sonderverträge gewähren bei Preiserhöhungen oftmals ein Sonderkündigungsrecht.

5. Wie finde ich günstige Anbieter und Tarife?
Verschaffen Sie sich im Internet einen Überblick über alle Stromanbieter und vergleichen Sie die unterschiedlichen Tarifoptionen. Am einfachsten ist der Preisvergleich mit einem Tarifrechner auf einem der vielen Verbraucherportale. Einfach in den Tarifrechner den Jahresverbrauch in Kilowattstunden (kWh), den Sie in Ihrer letzten Jahresabrechnung finden, und die PLZ eingeben, schon erhalten Sie eine Preisübersicht. Tipp: Unbedingt mehrere Portale zum Vergleich nutzen!

6. Gibt es Beratungsstellen für einen Anbieterwechsel?
In den Beratungsstellen Ihrer Verbraucherzentrale erhalten Sie Unterlagen zum sowie Unterstützung beim Stromversorger-Wechsel. Top seriös sind auch die Listen mit den günstigsten bundesweiten und regionalen Anbietern, die von Stiftung Warentest immer wieder veröffentlicht werden. Hier finden Sie auch die günstigsten Ökostromanbieter.

7. Was ist bei einem Angebotsvergleich besonders wichtig?
Strompreise sind häufig Schwankungen unterworfen, Sie sollten im Bedarfsfall schnell zu einem anderen, günstigeren Anbieter wechseln können. Achten Sie deshalb besonders auf kurze Vertragslaufzeiten (höchstens 1 Jahr) sowie kurze Kündigungsfristen (1 Monat zum Ende des Kalendermonats). Lassen Sie sich bei den Preisangaben nicht täuschen: beachten Sie die Brutto-Endpreise inklusive sämtlicher Steuern und Abgaben bzw. die Preise für Haushalts-/Privatkunden.

8. Sind Vorauszahlungen und Strompakete empfehlenswert?
Nein, eine vorab vereinbarte Strommenge einzukaufen ist nicht sinnvoll, vermeiden Sie Vorauszahlungen! Wer weniger verbraucht, bekommt nichts zurück – Strom sparen wird nicht belohnt. Und ein Mehrverbrauch wird in der Regel kostenintensiv, denn Sie müssen Strom teuer hinzukaufen. Außerdem: im Insolvenzfall bekommen Sie das bereits bezahlte Geld für Ihr Paket tendenziell nicht zurück.
9. Was muss ich über Preisgarantien oder Rabatte wissen?
Die Mindestlaufzeit für eine Preisgarantie sollte wenigstens ein Jahr sein. Denn nach Ablauf der Frist ist eine Preiserhöhung möglich, und die fällt meistens spürbar aus. Ein Rabatt, häufig Wechselbonus genannt, fällt nur einmalig an. Lassen Sie sich davon nicht blenden. Achten Sie darauf, zu welchem Zeitpunkt Ihnen der Rabatt überwiesen bzw. wie der Rabatt verrechnet wird. Mitunter „verschwindet“ ein Rabatt in einem scheinbar günstigen Angebot.

10. Ich habe einen Zweitarifzähler mit Tag- und Nachstromzähler. Wie funktioniert der Wechsel?
Mangels Angeboten für Nachstrom ist ein spezifischer Wechsel praktisch ausgeschlossen. Sollten Sie den Anbieter wechseln, wird dieser sehr wahrscheinlich nicht mehr zwischen Tag- und Nachtstrom unterschieden, es gilt 24 Stunden am Tag ein Tarif. Das ist vor allem für Heizstromkunden relevant. Wer wechselt, wird in der Regel nur Tagstrom bekommen, was in diesem Fall nicht lukrativ ist.

11. Ist ein Versorgerwechsel bei Wärmepumpen möglich?
Für Wärmepumpen bieten nur Grundversorger günstige Sondertarife an.

12. Worauf muss ich bei einem Umzug achten?
Verschiedene Details sind relevant:
• Wenn Sie in Ihrer alten Wohnung bereits einmal den Versorger oder Tarif gewechselt haben, werden Sie über einen Sondervertrag beliefert, für den individuelle Kündigungsfristen gelten.
• Sie ziehen in eine andere Region? Fragen Sie den Stromlieferanten am neuen Wohnort, wer Ihren alten Vertrag kündigt.
• Sie planen einen Versorgerwechsel zum Umzugstag? Die Umstellung eines neuen Vertrages dauert mehrere Wochen, deshalb sollten Sie bereits zwei Monate vor dem Umzug den Vertragsabschluss in die Wege leiten. Wenn Sie diesbezüglich nichts unternehmen, kommt es beim Einzug automatisch zu einem Stromliefervertrag mit dem örtlichen Grundversorger zu dessen Standardtarif. Diesen können Sie allerdings schnell wieder kündigen: mit einer Frist von einem Monat zum Ende des Kalendermonats.
• Für den Wechsel werden benötigt: Einzugsdatum, Zählernummer und Zählerstand (notfalls beim Vermieter nachfragen). Tipp: Notieren Sie den Zählerstand im Beisein eines Zeugen, dann können Sie die Abrechnungen später besser kontrollieren.

13. Wann sollte ich den Zählerstand ablesen?
Jede fünfzigste Stromabrechnung ist fehlerhaft. Es empfiehlt sich deshalb, ein gewisses Maß an Vorsorge zu treffen. Eine auf den Tag genaue Abrechnung ist möglich, wenn Sie am Wechseltag und vor jeder Preiserhöhung den Zählerstand notieren und dem Stromanbieter mitteilen.

14. Ist es möglich, dass die Stromversorgung plötzlich abreißt?
Nein, denn der örtliche Grundversorger ist gesetzlich verpflichtet, immer eine Stromversorgung zu gewährleisten. Sollte Ihr Stromanbieter also seine Lieferung einstellen, zum Beispiel im Insolvenzfall, sitzen Sie nicht im Dunkeln. Im Falles eine Versorgerwechsels erteilen Sie dem neuen Stromanbieter ohnehin eine Vollmacht zur Kündigung des alten Vertrages, so dass Sie sich um eine lückenlose Stromversorgung sowieso keine Gedanken machen müssen. Ihren Vertrag selbst kündigen Sie nur dann, wenn Sie aufgrund einer Preiserhöhung von Ihrem Sonderkündigungsrecht Gebrauch machen. In diesem Fall können Sie auf Nummer sicher gehen und vorsorglich bei Ihrem alten Versorger einen Antrag auf Weiterbelieferung bis zur Umstellung einreichen.

15. Wer erstattet mir nach einem Versorgerwechsel bereits gezahlte Abschläge?
Sie erhalten von Ihrem vorherigen Stromlieferanten eine Schlussrechnung, mit der geleistete Abschlagszahlungen gutgeschrieben und erstattet werden.

16. Sind nach einem Wechsel technische Änderungen am Stromzähler notwendig?
Nein, ganz im Gegenteil, die Wartung und Ablesung des Gerätes übernimmt der örtliche Netzbetreiber. Eventuell werden Sie dazu aufgefordert, den Zählerstand selbst abzulesen und dem Netzbetreiber mitteilen. In diesem Fall ist es geschickt, diese Daten auch Ihrem neuen Versorger mitzuteilen.

17. Wo finde ich den Stromzähler?
Meistens in Ihrer Wohnung, ansonsten im Treppenhaus oder Keller. Ihr Vermieter, die Hausverwaltung oder der Hauswart sind Ihre diesbezüglichen Ansprechpartner.

18. Muss ich meinen Vermieter über einen Versorgerwechsel informieren?
Wenn Sie der Vertragspartner eines Stromlieferanten sind, ist ein Anbieterwechsel für Ihren Vermieter uninteressant. Ist Ihr Vermieter der Vertragspartner eines Stromanbieters, können Sie den Anbieter ohnehin nicht wechseln, da Sie die Stromrechnung direkt vom Vermieter – zum Beispiel im Rahmen einer Warmmiete – erhalten.

19. Wer ist mein Ansprechpartner bei Stromausfall oder Zählerstörungen?
Hier ist Ihr örtlicher Netzbetreiber zuständig. Im Falle eines Stromausfalls ist er zur schnellstmöglichen Beseitigung von Störungen verpflichtet. In der Regel gibt es sogar eine spezielle Stromausfall-Hotline, über die Sie den Netzbetreiber direkt erreichen.